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The Loving Ones


Memorial to a life spent together

Im Digital Art Space von Karin Wimmer in der Amalienstraße 14 in München ist parallel zum DOKfest.München 2021 und noch bis zum 29. Mai 2021 „The Loving Ones“ von Biljana Garvanlieva, Manuel Zimmer und Tim Deussen zu sehen. Die Ausstellung ist vollständig im Schaufenster der Galerie zu sehen und kann mit der Doktopus App angesehen werden, die sowohl für Android als auch für Apple kostenlos im Appstore runtergeladen werden kann.

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Als die Dokumentarfilmer Biljana Garvanlieva und Manuel Zimmer
erfuhren, dass bei Biljana ein tödlicher Krebs diagnostiziert wurde, beschloss sie, sich nicht von ihren Ängsten vor dem nahenden Tod überwältigen zu lassen. Stattdessen stellte sie sich diesen Ängsten und überlegte gemeinsam mit ihrem Mann Manuel, was dies für ihr Leben und das Leben ihrer Kinder bedeuten würde. Diese Überlegungen
sind als Augmented-Reality-Inhalte in eine Serie von 12 Porträts von
Biljana und Manuel eingraviert. Sie sind ein Zeugnis ihrer Liebe in der Zeit des Todes. Als Teil ihrer Reflexionen baten sie den in Berlin lebenden Medienkünstler Tim Deussen, eine Serie von Porträts von ihnen zu machen. Diese Porträts basierten auf einer Serie Fotoserie des Künstlers Jovan Balov, als Biljana und Manuel als junges Paar nach Berlin zogen.

Im weiteren Verlauf dokumentierten Biljana und Manuel Momente aus ihrem Leben in Form von Ton, Video, Texten oder Fotos. Biljana ist verstorben, aber ihr künstlerischer Geist, sich selbst der zerbrechlichsten und sensibelsten Zeit zu stellen, die wir als Menschen letztendlich alle durchleben müssen, führte zu dieser Ausstellung.

Die letzte Serie von Porträts von Biljana und Manuel bildet die Basis für das Zeigen einer zweite Ebene mittels Augmented Reality. Es ist ein Einblick in ihre subjektive und persönliche Sichtweise. Diese Sichtweise spannt einen Bogen von dem Moment, als sie sich verliebten, über die Tortur der Krankheit bis hin zum Zeitpunkt ihres Todes. Zwei Zeitebenen: intime Stunden des Zusammenseins, und eine lebendige Zeit miteinander. Ihre persönliche Erfahrung, die sich in den Bildern und AR-Inhalten widerspiegelt, wird von den universellen Themen Liebe, Leben und Tod, die sie gemeinsam erlebt haben, eingeschlossen.
Was außerhalb des Rahmens der Fotos geschah, führt uns in ihr Leben. Es sind diese Momente, die zählen. Nicht der Tod, sondern das Leben und die gemeinsam verbrachte Zeit. Jeder durchlebte Moment ist etwas Besonderes. Jeder gemeinsam verbrachte Moment ist ewig.

Biljana Garvanlieva (*20.07.1973 – †10.09.2016) war eine freischaffende Regisseurin von Dokumentarfilmen, die in Skopje und Berlin lebte und arbeitete. 1973 in Skopje geboren, studierte sie Dramaturgie in Mazedonien, bevor sie 1999 ein Stipendium des Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes erhielt, um an der Freien Universität Berlin Theater und Film zu studieren. 2006 drehte sie ihren ersten Dokumentarfilm für den Fernsehsender 3sat, mit dem Titel „Macedonian Dream – A Girl and her Accordion“, der mehrfach ausgezeichnet wurde, darunter die Goldene Lola Deutscher Kurzfilmpreis. 2009 knüpfte sie an ihren ersten Erfolg an mit „Tobacco Girl“, der für seine Regie zahlreiche Preise erhielt, darunter Nominierungen für die Goldene Lola und den Deutschen Medienpreis Juliane Bartel. 2010 wurde Garvanlieva beim 16. Sarajevo Film Festival mit dem Heart of Sarajevo Prize for Best Documentary für ihren Dokumentarfilm „Die Näherinnen“ ausgezeichnet.

Manuel Zimmer, geboren am 3. November 1966, studierte Film an der Filmakademie in Potsdam-Babelsberg. Nach seinem Studium arbeitete er als freiberuflicher Kameramann, Tontechniker und Dokumentarfilmer an verschiedenen Filmprojekten von großen TV-Sendern, Regisseuren oder Produktionsfirmen. Zu den Filmen, die er realisierte, gehörten: „The Seamstresses“ und „Polly on the Rocks“, mit Biljana Garvanlieva; „24 Stunden Jerusalem“ von Zero Film / Arte oder „Eine Wohnung in Berlin von Alice Agneskirchner / 3sat.

Tim Deussen wurde am 1. Mai 1968 in Deutschland geboren. Er studierte Fotografie, Psychologie und Film an der New York University. Seit seinem Abschluss mit einem MA Degree 1996 nahm er mit seinen Foto- und Videoarbeiten an zahlreichen Ausstellungen teil, darunter „Show your Wound“ am Goethe-Institut, Tel Aviv, „The means of Art“ im Kunsthaus Dresden, „Easy Transport“ im Museum of Contemporary Art in Skopje, Mazedonien, und mehrere Ausstellungen in Berlin, wo er sein Atelier hat. Dort realisiert er Medienproduktionen, die von Fotografie über Animationen bis hin zu Virtual und Augmented Reality Erfahrungen. Derzeit arbeitet er u.a. an einem plattformübergreifenden Erlebnis zwischen zwischen Animation, Buch, AR & 3D-Druck, das die Geschichte von #Trompadu erzählt, einem kleinen Elefanten, der gegen gierige Ölpumpen kämpft, um den Planeten zu retten.

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