Kunst & Kultur
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Find the English Version and the trailer below!
Im Rahmen des Figurentheaterfestivals 2025 konnte ich in Erlangen an „Table Dialogues: WOOD“ des belgischen Künstlerduos Robbert& Frank, Frank& Robbert (R&F) teilnehmen.
Das Langzeitprojekt „Table Dialogues“, startete im Jahr 2021 mit der Inszenierung von „EARTH“ und „ FIRE“, womit R&F bereits 2023 beim Figurentheaterfestival zu Gast waren. Folgen werden in Zukunft noch „METAL“ und „WATER“.
„WOOD“ ist die dritte von fünf geplanten Arbeiten des „Table Dialogues“ Zyklus. Robbert&Frank beschäftigen sich in jeder der Arbeiten mit einem der fünf Elemente nach dem chinesischen Wuxing.
Nach der Premiere vor einigen Wochen in Antwerpen ist die Aufführung am Figurentheaterfestival gleichzeitig Deutschlandpremiere von „WOOD“.
Vor dem Erlanger Experimentiertheater finde ich im Wartebereich einen Tisch. Die ausgelegten Texte zeigen und beschreiben historische türkische Hieroglyphen, die „ Luwische Schrift“- Es sind bildliche Darstellungen für Worte/ Begriffe.


Interessant, darunter etwas Rollschuhartiges zu entdecken zwischen pflanzlichen Darstellungen, Rindern, Schlangen….
Ich bin also gespannt. Eine Reihe der Symbole mit ihren Bedeutungen werde ich in der VR später wieder treffen.


Robbert, Frank und der dritte Teamkollege, der auch übersetzt, begrüßen uns vor der Tür des Experimentiertheaters.
Gemeinsam mit ihnen betreten wir den Theaterraum, an dem eine Spielfläche mit einem Seil begrenzt ist.
Erst nehmen wir auf einer Reihe Mini-Campinghockern an der Wand Platz, ziehen die Schuhe aus und es wird erklärt, daß wir uns jetzt auf eine Exkursion begeben, in der wir später VR Headsets bekommen. Alles, was wir dann gestisch machen können, wird jetzt schon demonstriert. Ich fühle mich an fürsorgliche Flugbegleiter erinnert:


Nun schultern wir unsere Dreibeinhocker und betreten die Spielfläche, die R&F öffnen. Im Kreis gehen wir langsam im Gänsemarsch an der Außenkante entlang, verkleinern den Radius und landen in der Mitte an einem runden Holztisch, auf dem im Kreis Holzfiguren stehen.- Darin als harmonisches Arrangement: eine Teekanne und viele kleine Teebecher.




Im Kreis sitzend bekommt jede:r einen Tee aus Kräutern und Birke. Die Stimmung ist sehr ruhig. Frank& Robbert zitieren verschiedene Schöpfungsmythen, es wird übersetzt und wir können die Texte außerdem an der Rückwand projiziert lesen. R&F kündigen an, daß wir uns gleich in einer Höhle finden werden, daß wir erstmal zusammenbleiben und wir uns dann vorsichtig allein weiterbewegen können.




Nach dieser zentralen Zusammenkunft erheben sich alle, Robbert baut aus den Tischelementen und den Holzfiguren außerhalb der Spielfläche eine gestapelte langgestreckte Skulptur in die Höhe.
Wir bekommen alle Headsets (Oculus Quests). Eine meiner weißen Strich-Männchen-Hände soll sich an einem Stab festhalten – wir stehen eng zusammen, alle eine Hand am Stab. Nun bewegen wir uns vorsichtig vorwärts. Der Stab wird gezogen, wir folgen, machen eine Runde innerhalb der Höhle und bemühen uns, niemanden anzurempeln oder auf den Fuß zu steigen. Wir versuchen vorsichtig und achtsam zu sein. Es funktioniert, es gibt keine Kollision.




Nach einem kleinen gemeinsam gegangenen Bogen dürfen wir uns jede:r für sich jetzt auch ausserhalb der Höhle umsehen und die gerade gelernten Gesten ausprobieren.
Wir entdecken an die Höhlendecke gemalte Symbole, die wir mittels des Feuers in den Händen erleuchten können.


In der Mitte ein leuchtende Samen, den wir aufnehmen können und pflanzen können, Sofort wächst etwas und entwickelt sich zu einer farbenfrohen Pflanze.
Um die Höhle herum wächst ein vielfarbiger Wald aus VR-Flora. Wir gehen darin spazieren. Symbolstatuen ragen hoch auf, an die Nischen darin kommt man erstmal nicht heran, das ist weiter oben ausserhalb meiner Erreichbarkeit.
Ich steige die Leiter ausserhalb der Höhle hinab und entdecke eine andere Welt, einen 360° Film, der in Wales entstanden ist. Ich klettere hinauf zum runden weissen Mond. Oben angekommen überrascht mich ein zugefrorener See, um den herum Robbert& Frank kreiseln.




Mit dem Trick, auf der Leiter nicht ganz nach unten zu gehen, sondern etwa auf der Ebene der Symbolnischen zu enden und auf diesem Niveau weiterzuspazieren, gelingt es mir, an die kleinen luvischen Hieroglyphen-Symbole heranzukommen, diese in die Hand zu nehmen. In drei Sprachen höre ich die Bedeutung des Symbols, lege es ab und hole mir weitere heraus.




Wir erkunden die Räume jede:r für sich, meine Symbolhäufchen stören also keine anderen Leute im Publikum. Wir bewegen uns rücksichtsvoll und werden auch von außen von R&F und Kollege auf Kollisionsgefahr hingewiesen.


Dann geben wir die Headsets wieder ab, es gibt nochmal Input mit Geschichten von verschiedenen Kulturen, die von Bäumen erzählen und vom Baum des Lebens.


Eigentlich wäre der Baum des Lebens doch in jedem Baum zu finden?
Abschliessend bauen R&F aus Holzelementen noch einen Blätterbaum zusammen.




Damit sind wir wieder zurück aus der VR und angekommen bei einer Skulptur aus konkretem Holz als Material.
Wir werden sehr freundlich verabschiedet und ich gehe beschwingt hinaus in den Regen.
Nach dem Besuch von „WOOD“ habe ich noch mehrfach über die Aufführung reflektiert und dann Robbert&Frank fünf Fragen gestellt und wirklich interessante Antworten bekommen; voilá:
1_____ FÜNF CHINESISCHE ELEMENTE
Warum habt ihr euch entschieden, die fünf chinesischen Elemente als Thema zu nehmen, obwohl ihr in Europa aufgewachsen seid?
Robbert und ich kennen uns von der Highschool. Wir lernten uns kennen, als wir 14 oder 15 Jahre alt waren. Wir haben beide die normale Schule verlassen und sind auf eine Kunstschule gegangen. Wir hatten beide nur begrenzte Reiseerfahrungen. Aber wir spürten eine Anziehungskraft für Geheimnisse und Geschichten.
Etwa in dem Alter, in dem ich Robbert kennenlernte, begann ich, gebrauchte Bücher zu sammeln, die sich mit Sprache und der Struktur von Sprachen befassten. Ich interessierte mich sehr für präkolumbianische Kulturen und Hieroglyphen auf der einen Seite und für proto-chinesische Schriften auf der anderen Seite. Die Zeichen auf den Orakelknochen können als Proto-Chinesisch interpretiert werden .(https://en.wikipedia.org/wiki/Oracle_bone).
Obwohl ich das ganze Ausmaß dieser Dinge nicht verstand, gehörten sie zu meinem Interessengebiet. Ich habe oft von diesen Kulturen geträumt. Später im Leben interessierte ich mich für Taoïsmus. Auch heute noch sammle ich Bücher über das Tao Te Ching und das iTjing. Es scheint, dass ich meine ersten Exemplare dieser Bücher gekauft habe, als ich etwa 13/14 Jahre alt war (ohne zu wissen, was ich da gekauft habe). Es muss also eine gewisse Anziehungskraft auf mich ausgeübt haben.
Robbert und ich waren schon einige Male in China und Hongkong. Wir haben 2010 ein Videokunst-Kollektiv gegründet; die Idee war, dass Videokunst mobil ist – man nimmt eine USB-Disk mit sich und reist ans andere Ende der Welt, schließt den Stick an und schon kann man eine Vorführung machen. Jimmy und Kristian waren zusammen mit Robbert und mir die Gründungsväter von „Port Active“ (wie das Kollektiv genannt wurde). Jimmy reiste selbst viele Male nach Asien und organisierte über 35 Veranstaltungen. Er lernte Siew-wai Kok vom Kuala Lumpur Experimental Film Festival kennen und über sie viele andere Leute aus dem Netzwerk. Er hat dort sogar selbst zwei Kurzfilme gedreht. Während einer dieser „Filmperioden“ im Jahr 2012 reisten Robbert und ich nach Hongkong, um an den Dreharbeiten teilzunehmen. Robbert und ich verliebten uns in die Stadt. Sie war so anders, so einzigartig. Wir haben drei Wochen dort verbracht. Und wir haben dort viele Menschen kennengelernt.
Ein Jahr später kehrten wir zurück und stellten unsere Veröffentlichung dort vor. Wir kamen in Kontakt mit belgischen Auswanderern, die dort Künstleraufenthalte organisierten. Und wir hatten einen belgischen Spielzeughersteller kennen gelernt, der eine Fabrik in China besaß. Er nahm uns mit auf das chinesische Festland und wir reisten durch die Provinz Dongguan und verschiedene andere Regionen. Wir besuchten eine Handvoll Spielzeugfabriken und sahen, wie viel Handwerk und manuelle Arbeit noch immer Teil des Herstellungsprozesses ist.
Ein Jahr später kehrte ich ohne Robbert (als Urlaub) nach China zurück, und zwei Jahre später reisten meine Freundin und ich nach Peking und in den Norden Chinas – wir wanderten durch die Provinz Hebei. Damals lernte ich bereits Chinesisch. Ich habe das erste Jahr Mandarin studiert.
Nach meiner Rückkehr aus China habe ich fünf weitere Jahre Mandarin-Chinesisch gelernt – aber ich bekam auch ein Kind und eine Menge Dinge in meinem Privatleben waren zu tun. Also habe ich das vierte Jahr des Chinesischunterrichts nie geschafft.
Chinesisch ist super schön und super interessant. Es ist eine tonale Sprache, was bedeutet, dass es manche Wörter mehrmals gibt, aber in verschiedenen Tönen. Jeder Ton steht für eine andere Bedeutung und oft auch für ein anderes Schriftzeichen. Die Schriftzeichen sind auch eine Kombination von Grundzeichen; das bedeutet, dass ein Zeichen einzeln gelesen werden kann, das heißt: ein Zeichen kann manchmal eine kurze Geschichte für sich allein erzählen.
Die 5 chinesischen Elemente können auf diese Weise gelesen werden. Sie stehen nicht für sich allein. Jedes Element verwandelt sich in ein anderes Zeichen. Sie haben eine einzigartige Logik: https://en.wikipedia.org/wiki/Wuxing_%28Chinese_philosophy%29
Unsere Tradition, die griechische, spricht nur von vier Elementen; einige sind anders. Die Griechen betrachten „Holz“ nicht als ein Element. Auch die Struktur selbst ist anders – Herakleitos führte den Begriff des Atoms ein. Das Kleine und das Große sind miteinander verbunden. Aber bei den Griechen spürt man schon eine andere Weltsicht, die mehr auf die Wissenschaften ausgerichtet ist.
Im chinesischen Denken sind die Konzepte anders, magischer. Im alten China ist die Umwandlung kein chemischer Prozess. Sie ist Teil der Funktionsweise des Himmels und der Erde. Das Konzept von Yin und Yang ist taoistisch.
Wir im Westen sehen sie aufrecht. Aber die Alten sahen es anders: mehr horizontal. Links ist der Berg und rechts ist der See. Was auf den Berg (Yang) regnet, fließt herunter und füllt den See (Yin). Das Wasser verdunstet… und bildet Wolken, die wieder auf den Berg regnen können. Das ist ein Kreislauf.
Und als Robbert und Frank verbinden wir uns wirklich mit zyklischen Prozessen. Die europäische Tradition ist eher auf eine lineare Entwicklung ausgerichtet, wo die Dinge Blöcke zu bilden scheinen, die aufeinander aufbauen. Das ist in Ordnung. Aber im Hinblick auf „Table Dialogues“ ist es weniger passend.
2____ VR ALS MEDIUM
Warum habt Ihr VR als Medium für „Earth“ und jetzt für „Wood“ gewählt?
Als Robbert und Frank fasziniert uns Technologie. Technologie ist oft magisch.
Wenn wir uns in die Antike teleportieren und zeigen würden, was wir mit all der Technologie, die wir heute haben, alles machen können, würde das die Menschen der Antike verblüffen.
Für uns ist die Technologie also Teil eines Zyklus – eines Zyklus, der vor Tausenden von Jahren begann. Die Technologie ist Teil der Magie, nicht losgelöst von ihr.
Losgelöst? Wir leben in sehr wissenschaftlich geprägten Zeiten. Viele Menschen glauben nicht mehr an Gott oder Mutter Natur. Die Welt scheint ihren Zauber verloren zu haben, weil wir – als Menschen – denken, dass wir alles erklären können. Wir sind uns sehr sicher, dass wir eines Tages alles wissen werden. Aber wir vergessen, dass wir Teil der Natur sind, Teil des Kosmos. Wir sind selbst durch unsere Sinne und durch die Dimensionen, in denen wir leben, sowie durch die Grenzen unseres Körpers und unseres Geistes begrenzt. Einige Wissenschaftler glauben, dass es im Kosmos elf Dimensionen gibt. Wir als Menschen können drei oder vielleicht vier Dimensionen wahrnehmen. Was ist, wenn es Dinge gibt, die tief in den Dimensionen verborgen sind, die wir nicht sehen, begreifen oder erreichen können? Was ist, wenn dort außerirdische Zivilisationen leben? Wie können wir jemals mit ihnen kommunizieren oder sie erreichen? In gewisser Weise scheint die Menschheit arrogant zu sein – wir vergessen, dass wir nicht alles kontrollieren können. Das ist der Grund, warum wir ein so zwiespältiges Verhältnis zum Klimawandel haben;
Wir wissen, was zu tun ist, aber wir tun es nicht, weil wir glauben, dass zukünftige Technologien das Problem lösen werden.


VR ist Teil dieser Erzählung. Viele Menschen sehen VR als Teil der technologischen Erzählung, die die menschliche Gesellschaft voranbringt. VR ist ein „nächster Schritt“ in einer Geschichte von Kontrolle und Überlegenheit. Denkt an digitale Spiele: Die Menschheit legt die Regeln für diese Spielwelten fest. Im wirklichen Leben können wir nicht fliegen, wir können unsere toten Körper nicht wiederbeleben, usw. In den digitalen Welten, die wir erschaffen, können wir fliegen und wir können wiederbelebt werden. Wir können alles tun, was wir wollen. Aber was ist VR, wenn es nicht um Kontrolle geht? Wir, Robbert und Frank, haben das folgende Zitat oft benutzt: „Der Träumer ist derjenige, der dem Traum zuhört“. Das bedeutet, dass der Traum permanent ist. Der Traum ist immer da, wie ein Signal, das ausgestrahlt wird, oder eine Welle, die einfach im Raum fließt. Mit dem richtigen Empfänger kann man sich auf dieses Signal einstimmen, man kann einen Teil der Welle erfassen. Aber. Man kann es nicht vollständig erfassen; man kann sich einschalten und eine Weile zuhören, aber man kann nie die gesamte Sendung hören… Du kannst nie den vollen Umfang von allem hören. Und der Traum ist da, immer. Er war da, lange bevor wir hier waren, und er wird da sein, lange nachdem wir gegangen sind. Er ist eine andere Ebene, wie eine andere Dimension. Und wir können die Dimension nur ‚besuchen‘. Was ist also mit der VR-Welt, die auch so ist? Oder die KI-Technologie? Sie ist einfach da – und sie war schon immer da; nur haben wir jetzt einen Weg gefunden, uns darauf einzustellen.
Es macht Dich als Schöpfer demütig. Du akzeptierest, dass Du nicht die volle Kontrolle hast. Du akzeptierest, dass die Aufgabe mehr beinhaltet, mehr als ein Geheimnis. In der VR gelten Regeln, die sich ändern und verschieben können. Man kann dort Magie schaffen, man kann Dinge erschaffen, die in der realen Welt nicht möglich sind. Und alles, was man dazu braucht, ist dieses leichte Headset. Das Headset ist ein Portal. Und das Portal selbst braucht ein bisschen Ehrfurcht und Magie. Das Aufsetzen des VR-Headsets ist Teil des Rituals, Teil der Erfahrung. Man geht ‚in die VR‘ als eine Aktion; der Gang in die VR muss Teil der Magie sein. Wir sind wie Frank und Robbert der Meinung, dass sich zu viele Hersteller auf die VR-Welt selbst konzentrieren, auf den Inhalt. Und nicht auf das Mysterium dieser alternativen Ebene, die sich über die reale Welt legt. Deshalb machen wir keine Spiele mit R&F F&R; wir machen Erfahrungen mit einer sozialen Komponente. Wir machen ein Ritual, einen großen Plan, der die Menschen miteinander verbindet.
Abgesehen davon ist VR auch sehr leicht, wenn man an Reisen und Tourneen denkt. Mit Frank und Robbert haben wir immer große Theatershows mit vielen Requisiten gemacht. Aber mit all diesem Zeug durch Europa zu touren, ist nicht so gut für unseren klimatischen Fußabdruck. VR ändert die Dinge. Wir haben weniger Zeug, weniger Materialien und Requisiten, und mehr Magie. Wir versuchen, so CO2-neutral wie möglich zu sein, und die VR-Geschichte hilft uns dabei sehr.
Wir arbeiten auf lokalen Servern und versuchen, den größten Teil des Renderings intern durchzuführen.
Wir versuchen also, unseren digitalen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten. VR ist Teil einer Reihe von neuen Technologien; denkt an Augmented Reality, Spatial Audio, Hologramme, Apps usw. Mit Frank und Robbert wollen wir Erlebnisse schaffen, die diese neuen Technologien mit analogen Handlungen und mit dem Publikum verbinden.
3____ KREIS
Beim Betreten des Spielbereichs folgen Euch die Exkursionsteilnehmer:innen in einem Kreis, in einer Spirale und landen am runden Tisch in der Mitte. In der VR ist eine kuppelförmige Höhle das Zentrum des Raums. In der Oberwelt geht man im Kreis, in der Unterwelt befinden wir uns in einem Steinkreis. Was bedeutet für Euch die runde Form und das Zusammenkommen im Kreis?
Der Kreis ist wichtig. Manchmal denke ich, dass wir in unserer modernen Zeit den Kreis unterschätzen. Alles in der Natur ist kreisförmig; die Jahreszeiten, die Planeten, die Art und Weise, wie die Planeten um die Sterne kreisen, das Leben ist ein Kreis mit der Geburt als Anfang und dem Tod als Ende. Wir sind Teil eines Kreises. Wir sind die Sprossen von allem, was vor uns gekommen ist, und wir werden unsere Erfahrungen mit denen teilen, die nach uns kommen werden. Es gibt ein Konzept, das besagt, dass jede Generation von Menschen das Leben der vorangegangenen Generationen wieder erlebt; wir entdecken nur eine andere Sprache, um darüber zu sprechen. Mit der Zeit werden die Erfahrungen immer komplexer, aber die Erfahrungen selbst ändern sich nie. Menschen verlieben sich, sie werden wütend, sie verlieren sich, sie wachsen – immer und immer wieder. Wir unterscheiden uns gar nicht so sehr von den Menschen der Antike, die vor zehntausend Jahren lebten. Wir haben die gleiche Gehirnkapazität, die gleiche Anatomie, das gleiche Herz. Im Kreis zu gehen ist also eine Möglichkeit, sich dem hinzugeben. Es ist meditativ. Das ist wahr. Es verbindet dich mit allem und jedem. Du gehst in deinen eigenen Fußstapfen, aber deine zukünftigen Fußstapfen sind nicht dieselben wie deine vorherigen – weil du etwas dazwischen gelernt hast. Denken Sie an Steinkreise, denken Sie an alte Tempel, denken Sie an Hünengräber und Erdlöcher – sie alle sind kreisförmig. Der Kreis ist stark, er ist Teil der fraktalen Bewegung der Mathematik. Fraktale sind magisch. Sie wiederholen dasselbe Muster, egal wie sehr man hinein- oder herauszoomt. Das Fraktal ist wie das Wiedererleben des Lebens aller früheren Generationen von Menschen.


4____ SYMBOLE
Ihr arbeitet mit dem zentralen Symbol: dem Baum des Lebens, und mit den vielen Symbolen der türkischen Hieroglyphen. Das macht in seiner Verspieltheit großen Spaß. – Wie seid Ihr auf diese Bildschrift als Thema von „Wood“ gekommen und was bedeutet es für Euch grundsätzlich, mit Symbolen zu arbeiten?
Der Baum des Lebens ist ein universelles Symbol, er ist ein Archetyp. Jung, der Psychoanalytiker, sagt, dass das Unterbewusstsein nicht individuell ist. Natürlich haben wir individuelle Erfahrungen, und wir können unsere individuellen Erfahrungen mit einer großen Erzählung und mit dem Rest der Gesellschaft in Verbindung bringen. Aber das Unbewusste selbst ist universell. Wir alle haben denselben Verstand, dasselbe Unterbewusstsein. Deshalb können Menschen den gleichen Traum träumen, deshalb werden Erfindungen oft zur gleichen Zeit gemacht – weil die Idee reif ist und die Idee Teil des kollektiven Unterbewusstseins ist – sie muss irgendwo landen… in einem aufnahmefähigen Geist. Alle empfänglichen Gemüter können sie also empfangen.
Der Baum des Lebens ist Teil unserer mentalen DNA, er ist ein Eckpfeiler-Symbol. Und warum? Weil wir den Tod verstehen. Wir wissen, dass wir sterben werden. Der Tod steht unmittelbar bevor. Und wir können nur hoffen und beten, dass das Leben weitergeht, wenn wir nicht mehr sind. Das Fortbestehen des Lebens selbst ist also das Wesentliche der Dinge. Wir tun die Dinge im Hinblick auf das Leben, das noch kommen muss, auf die ungeborenen Menschen, die noch erscheinen müssen. Der Baum des Lebens erfüllt dieses Versprechen.
Wenn der Tod eintritt, wenn eine Katastrophe passiert, verspricht der Baum des Lebens, das Leben wieder in Gang zu bringen. Er ist unsere Versicherung. Aber er hat zwei Seiten – er ist wie Yin und Yang. Er kann seine Aufgabe nur erfüllen, er kann nur funktionieren, wenn die „alten“ Wege zerstört worden sind. Leben und Tod, für immer miteinander verbunden.
Symbole sind mächtig. Denn nicht alles kann mit Worten gesagt werden. Worte haben ihren Nutzen. Aber Worte sind begrenzt. Etwas zu benennen, kann es verändern. Bei der Benennung werden oft Nuancen übersehen. Nuancen werden gebraucht. Symbole haben Nuancen. Sie sind sehr interessant, da sie aus dem Bauch heraus gelesen und interpretiert werden können. Symbole sind so universell, dass jeder ihre Kernaussage versteht. Andererseits sind die mit den Symbolen verbundenen Nuancen und Hintergrundgeschichten sehr persönlich. Es gibt also ein universelles Thema, das es zu entdecken gilt, und auf der anderen Seite gibt es auch eine persönliche Geschichte. Denken Sie an das Symbol eines Hammers. Was bedeutet der Hammer? Ohne in einem Symbolbuch nachzuschlagen, kann ich mit Sicherheit sagen, dass der Hammer ein Symbol ist, das mit dem Bauen zu tun hat. Er ist ein positives Symbol, da er uns hilft, etwas zu schaffen. Schöpfung ist die Manifestation eines Gedankens in der realen Welt. Der Hammer kann also auch als Portal gesehen werden, um von einer unsichtbaren Welt in eine sichtbare Welt zu gelangen. Aber auch das Gegenteil ist der Fall: Der Hammer schafft, aber er kann auch zerstören. Die Zweideutigkeit des Hammers ist also universell.
Dies ist eine kollektive Interpretation; etwas, das wir alle fühlen und verstehen, und jeder kann es ableiten, wenn er will. Andererseits ist der Hammer auch etwas Persönliches. Was wäre, wenn mein Bruder von einem Hammer erschlagen worden wäre? Oder ich habe eine schöne Skulptur zu Hause, in der ein Hammer eine wichtige Rolle spielt? Oder mein erster Job ein Bauarbeiter war? Der Hammer als Symbol verändert sich durch diese persönliche Erfahrung. Ich kann den Hammer jetzt als Symbol für Hass sehen oder als Symbol für meine eigene Jugend.
WOOD ist etwas Besonderes, weil die Aufführung selbst offen ist. Es ist wie im richtigen Leben… Wir können in den Park gehen, wir können ein Sandwich machen und essen, wir können mit einem Fremden sprechen, eine Zeichnung auf einem Blatt Papier machen. Es gibt kein höheres „Ziel“. Der Akt der Handlung ist das Ziel. Und das ist alles Teil des Lebens. Wenn wir Spiele spielen, Brettspiele oder Videospiele, werden wir dazu gebracht, ein höheres Ziel zu erwarten. Die meisten Menschen, die sich in die VR begeben, erwarten ein spielähnliches Erlebnis mit einem zu lösenden Rätsel oder einem zu knackenden Code. Einfach nur da zu sein, ist nicht genug.
Also haben wir eine VR-Welt entworfen, in der man sich wie in der realen Welt aufhalten, herumlaufen und entspannen kann. Aber wir haben ein paar Extras hinzugefügt… die Leiter, die zu den Parallelwelten führt, die Fähigkeit, Samen zu pflanzen und der Welt zu helfen, ihre Flora wieder wachsen zu lassen. Und die Symbole.
Die Symbole sind ein Versprechen auf ein Ziel. Es gibt etwas, das man mit ihnen tun kann. Aber der Schlüssel zu diesem Versprechen ist verloren. Man kann sie nicht wirklich alle übersetzen oder mit ihnen Quartett spielen, … man kann sie nur als das akzeptieren, was sie sind; sie fühlen. Und sie auf eine intuitivere Weise verwenden. Legen Sie sie wie einen Totempfahl übereinander, stellen Sie sie strategisch auf, erfinden Sie eine Geschichte, in der sie eine bestimmte Rolle spielen. Die Symbole sind dazu da, in der VR-Welt weniger kognitiv als vielmehr unterbewusst zu wirken.
Symbole sind Teil all unserer Arbeiten, die wir machen; Teil unserer Skulpturen, unserer Tontafeln, unserer Videos und auch unserer Theaterarbeit.
Mit Robbert&Frank Frank&Robbert haben wir den Ehrgeiz, ein Universum zu schaffen – alle unsere Arbeiten sind Teil dieses Universums, nichts steht für sich allein. Es ist eine größere Geschichte, die Geschichte eines Mannes, aller Männer, der gesamten Menschheit. Das mag arrogant erscheinen. Aber wir wollen nicht arrogant sein. Wir wollen einfach universelle Geschichten erzählen und uns auf das kollektive Unterbewusstsein einstimmen.


5____ ALLE FÜNF
Wird es möglich sein, alle 5 Elemente der ‚TableDialogues‘ nacheinander zu erleben?
Das wissen wir noch nicht. HOLZ ist die 3. Aufführung in einer Serie. WASSER und METALL wurden noch nicht gemacht. Wir wollen erst einmal sehen, wie diese Aufführungen aussehen werden. Es besteht der Ehrgeiz, sie alle nacheinander zu präsentieren. Aber das wird eher ein Festival-Kontext sein – wo die Aufführungen an verschiedenen Tagen geplant sind. Eine nach der anderen zu sehen, wäre zu viel, denn sie dauern alle mindestens 45min und maximal 90min.
6____ INTERAKTION IM MULTIPLAYER-MODUS
Wo lagen Herausforderungen bei der Planung der Experience für die Zuschauer:innengruppe?
Wir haben einen funktionierenden Multiplayer für etwa 5 Leute gemacht. Aber es war nicht stabil für mehr als 5 Teilnehmer. In den letzten 9 Monaten haben wir über zwölf Residencies gemacht. Jeder Aufenthalt verlief ähnlich: Wir arbeiteten etwa eine Woche lang und testeten dann ein paar Tage lang mit verschiedenen Testgruppen. Der Multiplayer war sehr komplex, da jedes VR-Headset eine stabile Wifi-Verbindung mit ausreichender Geschwindigkeit benötigt, um alle Daten zu senden und zu empfangen. Die VR-Brillen müssen außerdem berechnen, wo sich alle anderen Teilnehmer befinden, was zu Verzögerungen führt. Diese Verzögerung führte zu „Lagg“ (Einfrieren des Bildes). Der Multiplayer war also komplex und brachte eine Menge technischer Probleme mit sich. Wenn es funktionierte, stellten wir auch fest, dass die Teilnehmer andere Dinge taten, als wir beabsichtigten (was eine gute Sache sein kann) –
aber insgesamt war es mehr Chaos. Ich gebe Dir ein Beispiel: Die Leute haben gemerkt, dass sie Teil der gleichen Welt sind, also haben sie gemerkt, dass sie sich gegenseitig Symbole und Bohnen klauen können. In einer Handvoll Fällen waren die VR-Erfahrungen also nichts anderes als gegenseitiges Stehlen. Oder die Leute fingen an, zusammenzuarbeiten und Dinge zu bauen (z. B. ein Haus aus Symbolen), und niemand war daran interessiert, Samen zu pflanzen, den Baum des Lebens zu pflanzen oder andere Interaktionen durchzuführen. Es war mehr „wie ein Spiel“. Und das hat uns nicht wirklich gefallen.


Also haben wir unseren „Darling gekillt“ und den Multiplayer rausgeschmissen. Wir haben erkannt, dass die Durchgangsszene, in der jeder den Stock hält, wertvoller ist. Und das ‚Daumen in die Luft‘, um sich gegenseitig zu sehen, schafft auch ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Also haben wir beschlossen, Zeit und Energie in die Schaffung alternativer ‚gemeinsamer‘ Momente zu investieren, anstatt in den Multiplayer-Modus.
Super interessant! Vielen Dank und viel Erfolg für Gastspiele und die zwei noch kommenden Elemente!
Hier könnt Ihr den WOOD Trailer ansehen.


As part of the 24. Internationales Figurentheater Festival 2025 in Erlangen, I was able to take part in “Table Dialogues: WOOD” by the Belgian artist duo Robbert& Frank, Frank& Robbert. (R&F)
The long-term project “Table Dialogues”, started in 2021 with the production of ‘EARTH’ and “FIRE”, with which R&F were already guests at the last Figurentheaterfestival in 2023. “METAL” and “WATER” will follow.
„WOOD“ is therefore the third of five planned works in the ‘Table Dialogues’ cycle. In each of the works, Robbert&Frank deal with one of the five elements according to the Chinese Wuxing.
Following its premiere in Antwerp a few weeks ago, the performance at the Figurentheaterfestival is also the German premiere of “WOOD”.
I find a table in the waiting area in front of the Erlangen Experimental Theatre. The texts on display show and describe historical Turkish hieroglyphics, the ‘Luwian script’ – there are representations for words/terms.




It’s interesting to discover something roller-skate-like among the depictions of plants and cattle, snakes…. So I’m curious. I will come across a number of the symbols and their meanings again later in VR.
Robbert, Frank and the third team colleague, who also translates, greet us at the door of the experimental theatre.


Together with them, we enter the theatre space, where a playing area is bordered by a rope.
First we take a seat on a row of mini camping stools against the wall, take off our shoes and it is explained that we are now embarking on an excursion in which we will later be given VR headsets. Everything we will be able to do gesturally is already being demonstrated. I feel reminded of caring flight attendants:




Now we shoulder our three-legged stools and enter the playing area, which R&F open. We walk slowly in a circle in single file along the outer edge, reduce the radius and end up in the centre at a round wooden table supported by wooden figures – a harmonious arrangement: a teapot and lots of small tea cups.




Sitting in a circle, everyone gets a cup of tea made out of herbs and birch tree. The atmosphere is very calm. Frank & Robbert quote various creation myths, they translate them and we can also read the texts projected on the back wall. R&F announce that we are about to find ourselves in a cave, that we will stay together for the time being and that we can then carefully move on alone.




After this central meeting, everyone rises to their feet and Robbert builds a stacked, elongated sculpture from the table elements and supporting figures outside the playing area.
We all get headsets (Occulus Quests). One of my white stick-man hands is to hold on to a stick – we stand close together, all with one hand on the stick – now we move carefully forwards. The stick is pulled, we follow, make a round inside the cave and endeavour not to bump into anyone or step on anyone’s foot. We try to be careful and attentive. It works, there is no collision.






After walking a small arc together, we are now allowed to look around outside the cave on our own and try out the gestures we have just learnt.
We discover symbols painted on the ceiling of the cave, which we can illuminate with the fire in our hands.
In the middle is a bright seed that we can pick up and plant, immediately something grows and develops into a colourful plant.
A multi-coloured forest of VR flora grows around the cave. We go for a walk in it. Symbolic statues tower high up, but you can’t reach the niches in them for the time being, as they are further up and out of my reach.
I climb down the ladder outside the cave and discover another world, a 360° film made in Wales. I climb up to the round white moon. At the top, I am surprised by a frozen lake around which Robbert & Frank are circling.




With the trick of not going all the way down the ladder, but ending at the level of the symbol niches and walking on at this level, I manage to get to the small Luvian hieroglyphic symbols and pick them up. I hear the meaning of the symbol in three languages, put it down and pick up more.


We each explore the rooms on our own, so my heaps of symbols don’t disturb anyone else in the audience. We move considerately and are also warned from outside by R&F and their colleague about the risk of collision.


Then the headsets are handed off again and there is more input with stories from different cultures that tell of trees and the tree of life.
Surely the tree of life can be found in every tree?
Finally, R&F assemble a leafy tree from wooden elements.




This brings us back from VR to a sculpture made of concrete wood material.
We are given a very friendly farewell and I head out into the rain in high spirits.
After seeing „WOOD“ I reflected on the performance several times and then asked Robbert&Frank five questions and got some really interesting answers, voilá:
1____ FIVE CHINESE ELEMENTS
What made you decide that you wanted to take the Chinese five elements as your theme, even though you grew up in Europe?
Robbert and I know each other from highschool. We met when we were 14 or 15 years old. We both left regular schools and went to an art school. We both had limited travel experiences. But we felt a magnetic force towards mysteries and stories.
Around the same age as I met Robbert I started to collect second hand books that deal with language and the structure behind languages. I was very much interested in Pre-Columbian cultures and hieroglyphs on the one hand… and in proto-Chinese writings on the other hand. Proto-Chinese can be interpreted as the oracle bones (https://en.wikipedia.org/wiki/Oracle_bone).
Although I didn’t understand the full scope of these things, they were part of my field of interest. I often dreamed about these cultures. Later in life, I got interested in Taoïsm. On this day I still collect Tao Te Ching books and iTjing books. It appears that I have bought my first copies of these books when I was around 13 / 14 years old (without knowing then what I have bought). So, there must have been some sort of attraction there.
Robbert and I have been to China and Hong Kong a handful times. We started a video art collective back in 2010; the idea was that video art was mobile- you take a USB disk with you an you travel to the other side of the world, plug in the stick and organize a screening. Jimmy and Kristian were together with Robbert and myself the founding fathers for ‚Port Active‘ (as the collective was called). Jimmy travelled many times to Asia by himself- organizing over 35 events. He met Siew-wai Kok from the Kuala Lumpur Experimental Film Festival and through her many others people in the network. He even filmed two short films himself over there. During one of these ‚film periods‘ in 2012 Robbert and I travelled to Hong Kong to join the filming. Robbert and I fell in love with the city. It was so different, so unique. We spent 3 weeks there. And we met many people there.
One year later we returned and we presented our publication there. We got in touch with Belgian expats who organized artistic residencies there. And we had met up with a Belgian toy maker who owned a factory in China. He took us to mainland China and we travelled through Dongguan province and several other regions. We visited a handful toy factories and saw how much handicraft and manual labor is still part of the creation process. One year later I returned to China without Robbert (holiday) and two years later my girlfriend and I travelled to Beijing and the North of China- we hicked through Hebei Province. Back then I was already learning Chinese. I did my first year of Mandarin studies. Upon returning from China I sturdied 5 more years of Mandarin Chinese- but I also got a kid and had a lot of things going on in my private life. So, I never passed the 4th year of Chinese studies.
Chinese is super beautiful and super interesting. It’s a tonal language, which means that some words exist multiple times but in different tones. Every tone is a different meaning and often a different character. The characters are also a combination of basic characters; this means that one character can be read individually: a character can sometimes be a short story on it’s own.
The 5 Chinese elements can be read in this way. They do not stand on their own. Every element transforms into another character. They have a unique logic: https://en.wikipedia.org/wiki/Wuxing_%28Chinese_philosophy%29
Our tradition, the Greek one, only speaks of four elements; some are different. The Greeks don’t consider ‚wood‘ as an element. The structure itself is also different- Herakleitos introduced the concept of the atom. The small and the large are connected. But with the Greeks you can already feel a different world view, more structured around sciences.
In Chinese thought concepts are different, more magical. Transformation is not a chemical process in ancient China. It’s part of how the heavens and the earth work. The yin and yang concept is taoistic.
We, in the West, look at it upright. But the ancients looked at it differently: more horizontal. Left is the mountain and right is the lake. What rains on the mountain (yang) will water down and fill up the lake (yin). The water evaporates… forming clouds, that can rain down again on the mountain. It’s a cycle. And with Robbert and Frank we really connect with cyclical processes. The European tradition is more stooled on linear evolution, where things seems to form blocks that build on top of another. This is ok. But considering „Table Dialogues“, it’s less fitting.
2____ VR AS A MEDIUM
What made you choose VR as the medium for ‘Earth’ and now for ‘Wood’?
With Robbert and Frank we have a fascination for technology.
Technology is often magic. If we would tele transport to ancient times and we would show the things we can do with all the technology that we have now, it would baffle the Ancients.
So for us technology is a part of a cycle- a cycle that started thousands of years ago. Technology is part of the magic; not loose from it.
Loose? We are living in very scientifically times. A lot of people don’t believe anymore in God or Mother Nature. The world seems to have lost it’s magic because of the fact that we -as humans- think that we can explain everything. We are very sure that one day we will know everything. But we forget that we are part of nature, part of the cosmos. We are limited ourselves by our senses and by the dimensions we live in and the limits of our body an mind. Some scientists believe that there are 11 dimensions in the cosmos. We, as humans, can experience 3 or maybe 4 dimensions. What if there are things deeply hidden in dimension that we can’t see or grasp or reach? What if alien civilizations are living there? How can we ever communicate with them or reach them? In a way humanity seems arrogant- we forget that we can not control everything. That’s the reason why we have such an ambiguous relationship with climate change; we know what to do but we do not do it as we believe that future tech will solve the issue.


VR is part of this narrative. Many people see VR as a part of the technological narrative that steers human society forward. VR is a ’next step‘ in a story of control and superiority. Think of digital games; humanity sets the rules for these game worlds. In real life we can not fly, we can not revive our dead bodies, etc. In the digital realms we build, we do can fly and we do can revive. We can do everything we want. But what is VR is not about control? We, as Robbert and Frank, we have used the following quote many times: ‚The dreamer is the one who listens to the dream‘. This means that the dream is permanent. The dream is always there, like a signal being broadcasted or a wave that is just flowing in space. With the right receiver you can tune into this signal, you can grasp a part of the wave. But. You can not fully grasp it; you can tune in and listen for a while but you can never hear the entire broadcast… You can never hear the full scope of everything. And the dream is there; always. It has been there long before we were here and it will be here long after we are gone. It’s another layer, like another dimension. And we can only ‚visit‘ the dimension. So, what is the VR world is also like this? Or the A.I. technology? It’s just here- and it has always been here; only now we have found a way to tune in.
It humbles you as a creator. You accept that you are not in full control. You accept that there is more to the task, more to the mystery. The VR has rules that can change and shift. You can create magic there, you can create things that are not possible in the real world. And all you need is this light weight head set. The head set is a portal. And the portal itself needs a bit of awe and magic. Putting on the VR head set is part of the ritual, part of the experience. You go ‚into VR‘ as an action; the going into VR needs to be part of the magic. We believe with Frank and Robbert that too many makers are focusing on the VR world itself, on the content. And not on the mystery of this alternative layer that sits on top of the real world. Therefor we don’t make games with R&F F&R; we make experiences with a social component. We make a ritual, a grand scheme that connects people.
Besides all of this, VR is also very light weight, considering travel and touring. With Frank and Robbert we use to make big theater shows with a lot of props. But touring Europe with all this stuff is not so good for our climatological footprint. VR changes things. We have less stuff, less materials and props, and more magic. We try to be as CO2 neutral as possible and the VR story really helps here. We work on local servers and we try to do most of the rendering in-house. So, we try to keep our digital footprint also as low as possible.
VR is part of a series of new technologies; think of augmented reality, spatial audio, holograms, apps, etc. With Frank and Robbert we want to make experiences that connect these new technologies with analoge actions and with the audience.
3___ CIRCLE
When entering the playing area, the excursion participants follow you in a circle, in a spiral and end up at the round table in the centre. In VR, a dome-shaped cave is the centre of the room. In the upper world you walk in a circle, in the underworld we are in a stone circle. à What does the circular shape and coming together in a circle mean to you?
The circle is important. Sometimes I think that we in our modern times seem to underestimate circles. Everyting in nature is circular or orb shaped; the seasons, the planets, the way the planets circle around stars, life is a circle with birth as a start and death as an ending. We are part of a circle. We are the sprouts of everything that has come before us and we will share our experiences with the ones who will come after us. There is this concept that states that every generation of humans relives the lives of the previous generations; we only discover another language to talk about it. Time builds on the complexity of the experiences, but the experiences themselves never change. People fall in love, they become angry, they loose themselves, they grow- again and again. We are not so very different as the Ancients who lived ten thousand years ago. We have the same brain capacity, the same anatomy, the same heart. So, walking in circles is a way to surrender to this. It is meditative. It’s true. It connects you with everything and everyone. You walk in your own footsteps, but your future footsteps are not the same as your previous ones- because you have learned something in between. Think of stone circles, think of ancient temples, think of henges and earth mouths- all of them are circular. The circle is strong, it’s part of the fractal movement of mathematics. Fractals are magic. They repeat the same pattern no matter how much you zoom in or out. The fractal is like the reliving of all the lives of all the previous generations of people.


4____ SYMBOLS
You are working with the central symbol, the tree of life, and with the many symbols of the Turkish hieroglyphs. The playfulness of it is great fun. – How did you come up with this pictorial script as the theme of ‘Wood’ and what does it mean to you to work with symbols?
The Tree of Life is a universal symbol, it’s an archetype. Jung, the psycho analyst, says that the subconsciousness is not individual. Off course we have individual experiences and we can relate our individual experiences with a grand narrative and with the rest of society. But the subconscious itself is universal. We all share the same mind, the same subconscious mind. Therefore people can dream the same dream, therefore inventions are often made at the same time- because the idea is ripe and the idea is part of the collective subconsciousness- it needs to land, somewhere… in a receptive mind. So all minds who are receptive, receive it.
The Tree of Life is part of our mental DNA, it’s a corner stone symbol. Why? Because we understand death. We know that we are going to die. Death is imminent. And we can only hope and pray that life will go on after we are gone. So, the continuation of life itself is at the essence of things. We do things in the light of the life that still needs to come, of the unborn people that still need to appear. The Tree of Life fulfils this promise. If death occurs, if a cataclysm happens, the Tree of Life holds the promise to kickstart life again. It’s our insurance. But it’s double- it’s like yin an yang. It can only do it’s job, it can only start to perform if the ‚old‘ ways have been destroyed. Life and death, forever connected.
Symbols are powerful. Because not everything can be said in words. Words have their use. But words are limited. Naming something can change it. Naming often ignores nuance. Nuance is needed. Symbols have nuance. Symbols are very interesting as they can be read and interpreted from the belly. Symbols are so universal that everyone understands there core message. On the other hand are the nuances and backdrop stories linked to symbols very personal. So, there is a universal theme there to be discovered, and on the other hand there is also a personal story. Think of the symbol of a hammer. What does the hammer mean? Without looking in a symbol book, I can say for sure that the hammer is a symbol linked to construction. It’s a positive symbol as it helps us to create. Creation is the manifestation of a thought into the real world. The hammer can thus also be seen as a portal to go from an invisible world to a visible world. The opposite is also true; the hammer creates but it can also destroy. So, the ambiguity of the hammer is universal. This is a collective interpretation; something that we all feel and understand and everyone can deduct if they want to. On the other hand the hammer is als personal. What if my brother was killed by a hammer? Or I have a beautiful sculpture at home where a hammer plays a key role in? Or my first job was as a construction worker? The hammer as a symbol changes due to this personal experience. I can now see the hammer as a symbol for hate or a symbol for my own youth.
WOOD is special, as the performance itself is open. It’s like in real life… We can walk to the park, we can make and eat a sandwich, we can talk to a stranger, make a drawing on a piece of paper. There is no higher ‚goal‘. The act of the action is the goal. And it’s all part of life. When we play games, boardgames or videogames, we are triggered to expect a higher goal. Most people who enter VR are expecting a game like experience with a puzzle to solve or a code to crack. Just being there is not enough.
So, we designed a VR world in which people can linger and walk and chill, just as they can in the real world. But we have added some extras… the stairs leading to the parallel worlds, the act of planting seeds and helping the world regrow it’s flora. And the symbols. The symbols hold the promise of a goal. There is something that you can do with them. But the key to this promise is lost. You can not really really translate all of them; you can not really really play quartet with them,… you can only accept them for what they are; feel them. And use them in a more intuitive way. Place them on top of each other as a totem pole, put them strategically, invent a story in which they play a certain role. The symbols are there to act in the VR world in a less cognitive way and more in a subconscious way.
Symbols are part of all our works we make; part of our sculptures, our clay tablets, our videos, and also our theaterwork.
With Robbert&Frank Frank&Robbert we have the ambition to make a universe- all our works are part of this universe, nothing stands on its own. It’s one larger story, the story of one man, of all men, of all of humankind. This might seem arrogant. But we don’t want to be arrogant. We just want to tell universal stories and tune into the collective subconscious.


5____ALL FIVE
Is it possible to experience all five elements of the ‘TableDialogues’ one after the other?
We don’t know that yet. WOOD is the 3d performance in a series. WATER and METAL have not been made yet. Let’s first see what these performances will be like. The ambition is there to present them all in a row. But this will be more of a festival context – where the performances are planned on different days. Seeing one after the other will be too much, as they all last min. 45min and max. 90min.
6____ INTERACTION IN MULTIPLAYER MODE
What were the challenges in planning the experience for the audience?
We have made a working multi-player for about 5 people. But it was not stable for more then 5 participants. The last 9 months we have done over 12 residencies. Each residency was similar: we worked for about a week and then we tested with different test audiences for a couple of days. The multi-player was very complex, as each VR headset needs a stable wifi connection with enough speed to send an receive all data. The VR glasses also need to calculate where all other participants are, creating delay. The delay resulted in lagg (freezing of the image). So, the multiplayer was complex and it generates a lot of technical issues. If it worked, if, then we also noticed that the participants were doing other things then we intended (which can be a good thing)- but overall it was more chaos. Let me give you an example; people noticed that they were part of the same world, so they realized that they could steal each others symbols and beans. So in a handful cases the VR experiences was nothing more then stealing from each other. Or people started to collaborate and build stuff (like a house made out of symbols) and no one was interested in planting seeds, the tree of life or the other interactions. It was more ‚game-like‘. And that is something we didn’t really like.


So we killed our darling and we kicked out the multiplayer. We realized that the walk-through scene, where everyone is holding the stick, is more valuable. And the ‚thumbs in the air‘ to see each other also creates a sense of togetherness. So we actually decided to invest time and energy in creating alternative ‚together‘ moments instead of a multiplayer vibe.
Super interesting! Thank you very much and good luck for the guest performances and the two upcoming elements!
Here you can watch the WOOD Trailer.