Kunst & Kultur

gREen: De/Growth


16. – 20.11.2022 Muffatwerk

Eintritt frei!

16.-20.11.2022, Living Installations, Performances & Symposium, mit Špela Petrič, Disnovation.org (Nicolas Maigret, Maria Roszkowska & Baruch Gottlieb), Rasa Smite & Raitis Smits, kuratiert von Jens Hauser

Genaue Zeiten und Videos sind auf der Seite vom Muffatwerk zu finden.

Es ist nicht alles grün was wächst, und der menschliche Abdruck lässt gute ‚grüne’ Absichten mitunter verblassen:

Mit experimentellen bio(techno)logischen Performances und Medienkunst-Installationen hinterfragt die Muffathalle mit dem zweiten gREen-Festival, welche Aspekte bei der Rede vom ‚grünen Wachstum’ unterbelichtet bleiben.

Foto: titel-final-webmh-20483.jpg

Im Spannungsfeld von Kunst, Natur und Wissenschaft gehen die künstlerischen Positionen bei gREen jenseits des grassierenden ‚Greenwashing’ der zunehmend unkritisch akzeptierten Symbolik von ‚Grün’ auf den Grund – als RE-Mix und RE-Evaluierung von Widersprüchen und Paradoxien. Ist wirtschaftliches Wachstum wirklich so unbegrenzt wie es die pflanzliche Metapher suggeriert? Was würde ein Kilogramm Weizen kosten, wenn man die als natürlich vorausgesetzten ‚Ökosystemleistungen’ wirklich berechnen würde? Und welche Auswirkungen hat es auf die Biodiversität, wenn die Komplexität des Pflanzlichen auf ihre Sauerstoff-Produktion und CO2-Absorption reduziert wird?

Die lettischen Medienkünstler Rasa Smite und Raitis Smits machen in ihrer immersiven Installation all jene komplexen Kommunikationsprozesse sichtbar, die sich in einem Wald atmosphärisch in Zeiten des Klimawandels abspielen. Sie machen das Atmen des Waldes körperlich erlebbar, die vielfältigen Prozesse flüchtiger organischer Verbindungen, die wir als Duft des Waldes wahrnehmen. Doch trügt der Schein: Je mehr es nach dem Harz des Waldes riecht, je mehr zeugen die Daten dieses ‚natürlichen’ Dufts von den fatalen Auswirkungen des Klimawandels. Was wir wahrnehmen ist der Stress der Bäume. Das Titelbild zeigt ihre Arbeit (Bildunterschrift: Atmosphericforest_c_RIXC).

In ihrer 20-stündigen Performance entgrünt die slowenische Künstlerin Špela Petrič den Abdruck ihrer eigenen Silhouette auf einem Kresse-Feld in der weitläufigen Muffathalle, indem sie unbeweglich einen Schatten wirft und die Stängel der Kresse dazu bringt, zwar länger aber auch blasser zu wachsen. Neben dieser physikalisch-chemischen Kommunikation interagiert Petrič aber auch taktil-erotisch mit dem Pflanzlichen:

Ihre Plant Sex Consultancy bietet pflanzenzentriertes Design an, das unverblümt die Bedürfnisse und Reproduktionsstrategien des nicht-menschlichen Anderen bedient, statt dekorativ nur dem Menschen zu dienen. Foto: Špela Petrič © Miha Tursic

Das französische Kollektiv Disnovation.org züchtet experimentell einen Quadratmeter Weizen heran, berechnet dabei aber pedantisch alle Material- und Energieströme wie Wasser, Licht, Wärme und Nährstoffe, die in unseren ökomischen Konventionen trotz menschengemachtem Klimawandel immer noch als ‚natürlich’ einfach vorausgesetzt werden. Und auf einmal kostet in diesem Indoor-Experiment ein Kilogramm Weizen nicht 30 Cent sondern 300 €!

disnovation.org

Eine Produktion des Muffatwerks München

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