Kunst & Kultur

Fünf Fragen an Kaja Fröhlich-Buntsel, Digital Fashion Creator


Als Gewandmeisterin und Kostümbildnerin am Stadttheater Fürth hat sich Kaja Fröhlich-Buntsel seit einigen Jahren leidenschaftlich auf die Technik der Gestaltung digitaler 3D-Kostüme fokussiert. Diese Werke präsentiert sie in virtuellen Galerien im Metaverse. Mit ihren VR-3D-Entwürfen war Kaja schon mehrfach an überregionalen Digital-Fashion-Ausstellungen beteiligt.

Zwischenzeitlich setzt Kaja diese digitale Art zu arbeiten auch am Theater ein, zur Entwicklung und sogar für digitale Anproben am Avatar.

Im vergangenen Jahr begann sie zusätzlich als Modul-Dozentin „Mesh Couture. 3D Kostümdesign“ an der Modefachschule Sigmaringen zu unterrichten.

Kaja eröffnete “Mesh Couture: Bernstein”, ihre in VR begehbare 3D-Art-Galerie auf Spatial. Wir haben mit ihr über ihre Kreationen und die Art der Präsentation im metaversen Raum gesprochen.

1. Was ist für Dich der Unterschied von digitalen Entwürfen in 3D im Vergleich zum herkömmlichem Entwurf und Umsetzung? Wie unterscheidet sich die Ästhetik für Dich?


Beim digitalen Entwerfen in 3D unterscheidet sich der Workflow durch die virtuelle Umgebung, was Kreativität fördert. Digitales Entwerfen bietet mehr Möglichkeiten: beispielsweise kann man Texturen erstellen, die physisch nicht umsetzbar wären, wie Wasser oder Feuer oder animierte Texturen. Das eröffnet neue ästhetische Möglichkeiten.

2. Zurück aus VR in die Realität der Holzbretter: Setzt Du VR-Fashion auch in der Realität um? Geht das überhaupt?

Ja, absolut, es geht! Ich realisiere bereits digitale Anproben und Kostümbesprechungen. Die Kostüme existieren digital und könnten auch projiziert werden oder die Schnitte ausgedruckt und physisch genäht werden.

Die Welt der Kunst und Mode befindet sich im Wandel, was neue Möglichkeiten eröffnet. Ich bin fest davon überzeugt, dass es von entscheidender Bedeutung ist, neue Wege zu gehen, um mit den Herausforderungen der Zukunft Schritt zu halten. Es ist mir wichtig, meinen Beitrag zur Einleitung eines neuen Zeitalters der digitalen Bekleidung zu leisten.

3. “Mesh Couture. Bernstein“ – kannst Du uns Deine aktuelle Galerie bitte beschreiben? Wie ist die Idee entstanden?
Was stellst Du hier aus: Mode oder Kunst oder beides?

Ich stelle beides aus: Mode und Kunst.
Bei der Erstellung meiner Arbeit ließ ich mich von natürlichen Motiven und dreidimensionalen Silhouetten inspirieren – vom goldenen Bernstein bis zu den Tiefen des Meeres. Diese Inspirationen transformierten sich auf virtueller Ebene in dekoratives Plissee in Bernsteintönen, kombiniert mit luxuriösem Gold.

Meine Kreation, optisch angelehnt an den französischen Frack aus der Revolutionszeit und dem Empire von 1790 bis 1810, ist eine Neuinterpretation, ergänzt durch eine Borte mit monochromen Blumen und Ärmelrüschen. Sie besteht aus einer Kombination aus metallischen Stoffen sowie durchscheinender digitaler Seidenorganza.

Den Schmuckstein am Halsband des virtuellen Modells habe ich in „Blender“ gestaltet, die Bekleidung in „Clo3D“ modelliert und konstruiert- und die Avatare in „Daz3d Studio“ kreiert und animiert. Die Zusammenstellung des Projekts erfolgte in „DaVinci Resolve“.
Parallel zu diesem Projekt auf der Berlin Fashion Week habe ich auch eine digitale Galerie im Metaverse eröffnet. Bei Interesse kann man dort die Details genauer betrachten.

Der wichtigste Mehrwert
einer Spatial Galerie ist für mich, dass sie rund um die Uhr geöffnet ist. Man kann die Galerie jederzeit besuchen, egal, wo man sich gerade in der Welt befindet.

4. Können wir Deine Modelle kaufen?

Ich habe für das DigitalFashionhouse Artisant.io Designs entworfen und die NFTs sind auf Opensea.io erwerbbar. Wenn jemand Interesse hat, können wir gerne über die Details und Konditionen sprechen.

Beispiel einer Arbeit für Artisant.io


5. Was planst Du im neuen Jahr?

Am Theater arbeite ich derzeit an einer Opernproduktion von ‘Die Liebe zu den drei Orangen‘ von Sergei Prokofjew. Für diese Produktion habe ich den digitalen Schnitt für den Königsmantel und das Truffaldino-Kostüm erstellt, am Avatar gestaltet und virtuelle Kostümbesprechungen sowie -anproben durchgeführt. Ich plane mich noch intensiver mit dieser Materie auseinanderzusetzen.

Außerdem eröffnen wir am 20. Februar 2024 das Digital Fashion Museum im Metaverse, Spatial. Dort werden ich und andere 3D-Designerinnen vorerst Mode aus den 1920er und 1970er Jahren präsentieren. Parallel dazu arbeite ich an meinem neuen Projekt, zu dem ich noch keine Details verraten möchte. Es bleibt spannend!

Kajas Projekte: https://linktr.ee/kajafroehlichbuntsel


Wenn man den QR Code einscannt, kann man das Kostüm in 3D betrachten

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